Einstellungen zum Ausprobieren
-
Insekt mit Blitz und Diffusor
- Blende
- f/8 bis f/11
- Zeit
- 1/200 s
- ISO
- 200 bis 400
- Brennweite
- 90 bis 105 mm Makro
Blitz mit großem Diffusor nah am Motiv. Ausgangswert, je nach Umgebungslicht anpassen.
-
Insekt im Tageslicht ohne Blitz
- Blende
- f/5.6 bis f/8
- Zeit
- 1/250 s oder kürzer
- ISO
- 400 bis 1600
- Brennweite
- 90 bis 105 mm Makro
Stabilisator an, Serienbild nutzen. Hintergrund wird weicher als mit Blitz.
Ausgangswerte für den ersten Versuch, keine festen Regeln. Licht, Motiv und Kamera entscheiden, das Histogramm zeigt, ob es passt.
Inhalt dieser Seite
Insekten sind die Königsdisziplin der Makrofotografie. Sie sind klein, beweglich und reagieren auf jede Erschütterung. Gleichzeitig zeigen sie aus der Nähe Details, die mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind: Facettenaugen, Härchen, schillernde Flügel. Mit der richtigen Tageszeit, etwas Technik und viel Geduld gelingen solche Bilder auch Einsteigern.
Die richtige Ausrüstung
Grundsätzlich funktioniert jedes Makrowerkzeug. In der Praxis hat sich ein Makroobjektiv mit etwa 90 bis 105 mm Brennweite bewährt. Es hält genug Abstand, damit die Tiere nicht sofort fliehen. Zwischenringe oder Nahlinsen sind ein günstiger Einstieg, verlangen aber, dass Sie näher heranrücken. Ein Vergleich der Varianten steht im Beitrag Makroobjektiv oder Zwischenringe.
Dazu kommt idealerweise ein Blitz mit großem Diffusor. Ohne Diffusor erzeugt er harte Schatten und grelle Reflexe auf glänzenden Panzern.
Die beste Tageszeit
Insekten sind wechselwarm. In den kühlen Morgenstunden, oft noch mit Tau auf den Flügeln, sind sie träge und sitzen still. Mit steigender Temperatur werden sie aktiv und fliegen bei der kleinsten Bewegung davon. Auch kühle, bewölkte Tage sind ideal, weil das weiche Licht schmeichelt und die Tiere ruhiger bleiben. Wind ist der größte Gegner: Schon ein leichtes Wippen des Halms reicht, damit die Schärfe danebenliegt.
Annäherung mit Geduld
- Bewegen Sie sich langsam und gleichmäßig.
- Achten Sie auf Ihren Schatten. Fällt er auf das Tier, flieht es oft.
- Nähern Sie sich flach von der Seite, nicht von oben.
- Halten Sie inne, wenn das Tier unruhig wird, und warten Sie einen Moment.
- Lösen Sie früh aus und rücken Sie dann schrittweise näher.
Scharf auf die Augen
Wie bei Porträts gilt: Die Augen müssen scharf sein. Bei hohen Vergrößerungen ist die Schärfentiefe so gering, dass schon eine kleine Körperbewegung reicht, um danebenzuliegen. Bewährt hat sich, den Fokusring auf einen festen Maßstab einzustellen und die Kamera langsam vor und zurück zu bewegen. Sobald die Augen scharf erscheinen, lösen Sie in Serie aus.
Richten Sie die Sensorebene möglichst parallel zum Tier aus. Dann liegt bei einem seitlich fotografierten Schmetterling der ganze Flügel in der Schärfeebene, obwohl die Schärfentiefe gering ist.
Licht: Tageslicht oder Blitz
Tageslicht ergibt natürliche Farben und weiche Hintergründe. Es verlangt aber kurze Verschlusszeiten, offene Blenden und höhere ISO-Werte.
Blitz mit Diffusor friert Bewegungen ein und erlaubt Blenden von f/8 bis f/11 für mehr Schärfentiefe. Der Hintergrund wird dabei oft dunkler, weil der Blitz ihn nicht mehr erreicht. Ein Mix aus Blitz und etwas längerer Verschlusszeit bringt mehr Umgebungslicht ins Bild. Wie entfesseltes Blitzen funktioniert, erklärt der Beitrag Aufsteckblitz entfesselt nutzen.
Bildgestaltung
- Hintergrund prüfen: Unruhige Halme hinter dem Tier stören mehr als im Vordergrund. Oft hilft ein kleiner Positionswechsel.
- Augenhöhe: Auf Augenhöhe des Insekts wirkt das Bild deutlich lebendiger als von oben.
- Platz in Blickrichtung: Lassen Sie Raum in die Richtung, in die das Tier schaut.
- Details: Nicht immer muss das ganze Tier ins Bild. Ein Auge oder ein Flügelausschnitt kann stärker wirken.
Focus Stacking im Feld
Wenn ein Insekt morgens noch regungslos sitzt, gelingen kurze Fokusreihen. Mehr Schärfentiefe holen Sie dann mit Focus Stacking heraus. Bei Wind oder aktiven Tieren ist das aber kaum möglich.
Rücksicht auf die Tiere
Insektenfotografie ist Naturbeobachtung. Fangen, kühlen oder festhalten gehört nicht dazu. Bleiben Sie auf Wegen, wenn Schutzgebietsregeln es verlangen, zertreten Sie keine Pflanzen und lassen Sie ein Tier nach einigen Aufnahmen in Ruhe. Viele Arten sind gesetzlich geschützt. Gute Bilder entstehen durch Geduld, nicht durch Eingriffe.
Checkliste
Unterwegs auf der Wiese
Fragen und Antworten
- Wie komme ich nah genug an Insekten heran?
- Langsam, mit ruhigen Bewegungen und ohne Schatten auf das Tier zu werfen. Nähern Sie sich möglichst parallel zum Boden und halten Sie bei jeder Flucht kurz inne. Morgens sind viele Insekten durch die Kühle noch träge und lassen Sie näher heran.
- Fokussiere ich mit Autofokus oder manuell?
- Viele Makrofotografen stellen am Objektiv einen festen Abbildungsmaßstab ein und bewegen dann die Kamera vor und zurück, bis die Augen scharf sind. Dabei lösen sie in Serie aus. Der Autofokus funktioniert bei ruhigen Tieren gut, verliert bei hohen Vergrößerungen aber oft den Punkt.
- Stört der Blitz die Insekten?
- Ein kurzer Blitz scheint die meisten Insekten wenig zu beeindrucken, viele bleiben einfach sitzen. Trotzdem gilt: nicht endlos auf ein einzelnes Tier blitzen und es nach einigen Aufnahmen in Ruhe lassen.
- Darf ich Insekten für Fotos einsammeln?
- Viele Insektenarten sind in Deutschland geschützt, und in Schutzgebieten gelten zusätzliche Regeln. Fotografieren Sie Tiere deshalb dort, wo Sie sie finden, und setzen Sie sie nicht um. Im Zweifel informieren Sie sich bei der zuständigen Naturschutzbehörde.