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Business- und Produktfotos: Planung, Licht und worauf Auftraggeber achten sollten

Ob selbst fotografiert oder beauftragt: wie Teamporträts, Bewerbungsfotos und Produktbilder entstehen, die seriös wirken, und welche Fragen vor einem Auftrag zu klären sind.

Schwarzweiß-Porträt einer jungen Frau mit hochgestecktem Haar vor hellem Hintergrund

Einstellungen zum Ausprobieren

  • Teamporträt am Fenster

    Blende
    f/2.8 bis f/4
    Zeit
    1/200 s
    ISO
    100 bis 400
    Brennweite
    70 bis 105 mm

    Seitliches Fensterlicht, Reflektor auf der Schattenseite, Fokus auf das vordere Auge.

  • Produkt auf weißem Hintergrund

    Blende
    f/8 bis f/11
    Zeit
    nach Licht, Stativ
    ISO
    100
    Brennweite
    50 bis 105 mm

    Hintergrund etwas heller belichten als das Produkt, damit er rein weiß wird. Weißabgleich mit Graukarte.

Ausgangswerte für den ersten Versuch, keine festen Regeln. Licht, Motiv und Kamera entscheiden, das Histogramm zeigt, ob es passt.

Inhalt dieser Seite
  1. Zuerst der Zweck, dann die Kamera
  2. Porträts und Teamfotos
  3. Produktfotos selbst machen
  4. Einen Fotografen beauftragen
  5. Nach dem Shooting

Ob auf der Website, im Online-Shop, im Bewerbungsschreiben oder auf einem Messestand: Bilder sind oft der erste Eindruck, den ein Unternehmen oder eine Person hinterlässt. Verschwommene Handyfotos und unruhige Hintergründe wirken schnell unprofessionell, überinszenierte Stockbilder dagegen austauschbar. Dieser Ratgeber zeigt, wie gute Business- und Produktfotos entstehen, was sich selbst umsetzen lässt und worauf Sie achten sollten, wenn Sie einen Fotografen beauftragen. AZ Picture ist dabei kein Studio und vermittelt keine Aufträge, sondern erklärt die Grundlagen.

Zuerst der Zweck, dann die Kamera

Bevor fotografiert wird, steht die Frage: Wofür werden die Bilder gebraucht? Ein Porträt für ein Netzwerkprofil hat andere Anforderungen als ein Teambild für die Startseite oder ein Produktbild für einen Marktplatz. Legen Sie fest:

  • Einsatzorte: Website, soziale Netzwerke, Druck, Präsentationen.
  • Formate: Hochformat, Querformat, quadratisch, mit Platz für Text.
  • Stil: hell und freundlich, sachlich, dunkel und edel. Wichtig ist, dass alle Bilder zusammenpassen.
  • Anzahl: Lieber wenige, starke Motive als eine große Menge ähnlicher Bilder.

Ein einheitlicher Bildstil, etwa gleiche Hintergründe, ähnliche Lichtstimmung und gleicher Bildausschnitt bei Porträts, wirkt deutlich professioneller als einzelne, sehr unterschiedliche Bilder.

Porträts und Teamfotos

Für Porträts braucht es weiches, gerichtetes Licht. Ein großes Fenster ohne direkte Sonne ist eine hervorragende Lichtquelle. Die Person steht schräg dazu, ein weißer Karton oder Reflektor auf der anderen Seite hellt die Schatten auf. Eine leicht längere Brennweite zwischen etwa 70 und 105 Millimetern Kleinbild sorgt für natürliche Proportionen, eine offene Blende trennt die Person vom Hintergrund.

Wichtiger als jede Technik ist die Atmosphäre. Wer sich vor der Kamera unwohl fühlt, sieht verkrampft aus. Kurze Gespräche, kleine Pausen und mehrere Serien helfen. Kleidung sollte zur Branche passen, auf kleine Muster verzichten und die Farben des Hintergrunds nicht wiederholen. Ein Bewerbungsfoto folgt denselben Regeln: freundlich, natürlich, aktuell.

Produktfotos selbst machen

Viele Produktbilder lassen sich mit überschaubarem Aufwand selbst erstellen. Das Grundsetup aus der Skizze unten besteht aus wenigen Bausteinen:

  1. Hintergrund: Eine Hohlkehle aus weißem Karton oder Papier, die ohne Knick vom Tisch zur Wand verläuft.
  2. Hauptlicht: Eine große, weiche Lichtquelle seitlich vorn, etwa ein Fenster, eine Softbox oder ein entfesselter Blitz mit Diffusor.
  3. Aufheller: Ein Reflektor auf der Gegenseite, damit Schatten nicht zu hart werden.
  4. Stativ: Damit alle Bilder einer Serie denselben Ausschnitt haben.

Glänzende Produkte spiegeln ihre Umgebung. Hier helfen große Lichtflächen, schwarze oder weiße Karten zur gezielten Spiegelung und ein Polfilter. Ein Lichtzelt sorgt für sehr gleichmäßiges Licht, wirkt aber manchmal flach. Viele Marktplätze haben eigene Vorgaben für das Hauptbild, etwa einen rein weißen Hintergrund. Die genauen Regeln stehen in den Richtlinien der jeweiligen Plattform.

Für Produktfotos ist eine durchgehende Schärfe meist wichtiger als ein unscharfer Hintergrund. Blenden um f/8 bis f/11 und ein Stativ sind deshalb ein guter Ausgangspunkt. Wie Blende, Zeit und ISO zusammenspielen, erklären die Kamera-Grundlagen.

Typische Fehler bei Produktfotos

Die häufigsten Schwächen selbst gemachter Produktbilder sind leicht zu vermeiden: ein grauer statt weißer Hintergrund, weil die Belichtung sich nach dem Hintergrund richtet, Farbstiche durch gemischtes Licht aus Fenster und Deckenlampe, Staub und Fingerabdrücke, die erst in der Vergrößerung auffallen, und Serien, in denen jedes Produkt anders angeschnitten ist. Schalten Sie Raumlicht aus, reinigen Sie Produkte direkt vor der Aufnahme und notieren Sie Abstand, Höhe und Brennweite, damit spätere Nachträge zur Serie passen.

Einen Fotografen beauftragen

Für Imagekampagnen, große Teams, aufwendige Produktinszenierungen oder Architektur lohnt sich häufig ein professioneller Fotograf. Damit das Ergebnis passt, helfen ein paar Schritte:

  • Portfolio prüfen: Passt der Stil zu Ihrem Vorhaben? Sind ähnliche Aufträge dabei, etwa Porträts in Büros oder Produkte Ihrer Art?
  • Briefing schreiben: Zweck, Motive, Stil, Formate, Termine und Beispielbilder, die gefallen.
  • Angebot vergleichen: Was ist enthalten? Vorbereitung, Aufnahmezeit, Bildauswahl, Bearbeitung, Lieferung und Nutzungsrechte sollten einzeln erkennbar sein.
  • Nutzungsrechte vereinbaren: Für welche Medien, wie lange und in welchem Gebiet dürfen die Bilder genutzt werden? Das beeinflusst den Preis oft stärker als die reine Aufnahmezeit.
  • Einwilligungen klären: Für Fotos von Mitarbeitenden, Kundinnen oder Gästen sollte vorab geklärt sein, wer zustimmt und wofür.

Seriöse Fotografen erklären ihr Angebot transparent und beantworten diese Fragen gern. Bewertungen und Empfehlungen anderer Auftraggeber können bei der Auswahl helfen.

Nach dem Shooting

Ob selbst fotografiert oder geliefert: Achten Sie darauf, dass Sie die Bilder in passenden Größen und Formaten erhalten, und sichern Sie die Originale. Kleine Korrekturen an Helligkeit, Weißabgleich und Ausschnitt lassen sich selbst umsetzen, wie die Bildbearbeitung zeigt. Wer selbst Licht und Kamera aufrüsten möchte, findet Kriterien im Bereich Fotoausrüstung.

Einfaches Licht-Setup für Produktfotos (Draufsicht) Das Produkt steht vor einer Hohlkehle. Eine große Lichtquelle seitlich vorn formt das Produkt, ein Reflektor auf der Gegenseite hellt Schatten auf. Die Kamera steht frontal auf einem Stativ. Hohlkehle, heller Hintergrund Tisch Produkt Softbox oder Fenster Reflektor Kamera auf Stativ
Einfaches Licht-Setup für Produktfotos (Draufsicht). Das Produkt steht vor einer Hohlkehle. Eine große Lichtquelle seitlich vorn formt das Produkt, ein Reflektor auf der Gegenseite hellt Schatten auf. Die Kamera steht frontal auf einem Stativ.

Checkliste

Vor einem Fotoauftrag klären

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Kann ich Produktfotos selbst machen?
Für viele Zwecke ja. Mit Tageslicht oder einer großen Lichtquelle, einem weißen Hintergrund, einem Reflektor und einem Stativ entstehen auch mit einfacher Ausrüstung saubere Bilder. Bei glänzenden Oberflächen, Schmuck oder komplexen Inszenierungen stößt man ohne Erfahrung und Studiolicht schneller an Grenzen.
Was sind Nutzungsrechte bei Fotos?
Der Fotograf bleibt Urheber der Bilder und räumt dem Auftraggeber Rechte zur Nutzung ein. Wie weit diese reichen, also für welche Medien, wie lange, in welchem Gebiet und ob exklusiv, wird vertraglich vereinbart und beeinflusst oft den Preis. Klären Sie das vorab schriftlich.
Brauche ich die Zustimmung von Mitarbeitenden für Teamfotos?
Wer Fotos von Mitarbeitenden auf der Website oder in sozialen Medien zeigen möchte, sollte vorher deren ausdrückliche, am besten schriftliche Einwilligung einholen und klären, was beim Ausscheiden mit den Bildern passiert. Im Zweifel hilft eine rechtliche Beratung.