Einstellungen zum Ausprobieren
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Kleines Produkt im Lichtzelt, Kamera
- Blende
- f/8 bis f/11
- Zeit
- nach Licht, z. B. 1/60 s
- ISO
- 100 bis 200
- Brennweite
- 50 bis 100 mm
Stativ, manueller Weißabgleich passend zu den Leuchten. Mittlere Blende für ausreichend Schärfentiefe.
Ausgangswerte für den ersten Versuch, keine festen Regeln. Licht, Motiv und Kamera entscheiden, das Histogramm zeigt, ob es passt.
Inhalt dieser Seite
Ein Lichtzelt, auch Lichtwürfel oder Lichtbox genannt, ist eines der einfachsten Werkzeuge der Produktfotografie. Es verwandelt ein paar Lampen in weiches, gleichmäßiges Licht und macht Sie unabhängig vom Tageslicht. Dieser Beitrag aus dem Bereich Business- und Produktfotos erklärt Aufbau, Beleuchtung und typische Probleme.
Wie ein Lichtzelt funktioniert
Ein Lichtzelt besteht aus einem Rahmen, der mit lichtdurchlässigem weißem Stoff bespannt ist, und einer Öffnung für die Kamera. Leuchten stehen außen und strahlen durch den Stoff. Der Stoff streut das Licht und macht aus kleinen, harten Lichtquellen große, weiche Flächen. Das Produkt wird von mehreren Seiten gleichmäßig beleuchtet, Schatten werden weich und Spiegelungen ruhig.
Viele Lichtzelte gibt es faltbar, einige mit eingebauten LED-Leisten. Für den Einstieg genügt ein einfaches Zelt mit zwei externen Leuchten.
Die richtige Größe
Das Zelt muss deutlich größer sein als das Produkt. Sonst stößt das Licht an Grenzen, die Ecken werden dunkel und die Zeltwände geraten ins Bild. Kleine Zelte eignen sich für Schmuck, Uhren, Kosmetik und Elektronik. Größere Zelte braucht es für Schuhe, Taschen oder Küchengeräte.
Aufbau Schritt für Schritt
- Zelt aufstellen auf einem stabilen Tisch.
- Hintergrund einhängen: Die meisten Zelte haben Hintergründe in Weiß, Schwarz und Farben. Er sollte als sanfter Bogen, als Hohlkehle, vom Rücken auf den Boden laufen. Falten glätten.
- Leuchten positionieren: zwei Leuchten links und rechts, leicht nach vorne versetzt, auf Höhe des Produkts oder etwas darüber. Eine dritte von oben hellt die Oberseite auf.
- Raumlicht ausschalten: Mischlicht verfälscht die Farben.
- Kamera auf Stativ vor der Öffnung, Bildausschnitt festlegen.
- Weißabgleich fixieren: passend zur Farbtemperatur der Leuchten, siehe Weißabgleich verstehen.
Leuchten: worauf es ankommt
- Gleiche Farbtemperatur: Alle Leuchten müssen dieselbe Farbtemperatur haben, sonst entstehen Farbsäume.
- Hohe Farbwiedergabe: LEDs mit hohem CRI- oder TLCI-Wert geben Farben natürlicher wieder.
- Helligkeit: genug, um mit niedriger ISO und mittlerer Blende zu arbeiten.
- Dimmbar: erleichtert das Feintuning zwischen den Seiten.
Blitze sind ebenfalls möglich und sehr hell. Sie verlangen aber Erfahrung mit entfesseltem Blitzen. Die Grundlagen stehen im Beitrag Aufsteckblitz entfesselt nutzen.
Die Kamera-Einstellungen
- Manueller Modus: damit alle Bilder gleich hell werden.
- Mittlere Blende: f/8 bis f/11 für ausreichende Schärfentiefe, bei kleinen Produkten eventuell Focus Stacking.
- Niedrige ISO: 100 bis 200 für saubere Flächen.
- Belichtung: so, dass der weiße Hintergrund weiß wird, ohne dass helle Produktteile ausfressen. Kontrolle über das Histogramm.
Mit dem Smartphone funktioniert das Lichtzelt genauso. Tipps dazu stehen im Beitrag Produktfotos mit dem Smartphone.
Glänzende Produkte
Glas, Metall und lackierte Oberflächen spiegeln ihre Umgebung. Im Lichtzelt ist diese Umgebung gleichmäßig weiß, was zu weichen, ruhigen Reflexen führt. Manchmal wirken solche Produkte dadurch aber flach. Dann helfen schwarze Pappstreifen an der Innenseite des Zelts: Sie spiegeln sich als dunkle Linien und betonen Konturen. Die Kamera sollte sich nicht im Produkt spiegeln. Fotografieren Sie notfalls leicht von der Seite oder decken Sie die Öffnung mit weißem Stoff ab und lassen nur das Objektiv frei.
Dunkle Produkte
Schwarze Produkte auf Weiß verlieren schnell Details. Belichten Sie so, dass im Produkt noch Zeichnung bleibt, und hellen Sie den Hintergrund in der Bearbeitung auf. Alternativ wirkt ein dunkles Produkt auf einem grauen oder schwarzen Hintergrund oft edler.
Grenzen des Lichtzelts
Das Licht im Zelt ist sehr weich und gleichmäßig. Für Produkte, die von Kontrast und Struktur leben, etwa Holz, Leder oder Stoffe mit Oberflächenstruktur, kann das zu flach wirken. Dann lohnt es sich, eine Seite des Zelts abzudunkeln oder außerhalb des Zelts mit gerichtetem Licht von der Seite zu arbeiten. Das Lichtzelt ist ein hervorragender Standard, aber nicht für jedes Produkt die einzige Lösung.
Checkliste
Lichtzelt aufbauen
Fragen und Antworten
- Welche Größe sollte das Lichtzelt haben?
- Deutlich größer als das größte Produkt, das Sie fotografieren möchten. Ist das Produkt zu groß für das Zelt, wird das Licht ungleichmäßig, und die Kanten des Zelts geraten ins Bild. Für Schmuck und Kosmetik reicht ein kleines Zelt, für Schuhe oder Taschen braucht es ein deutlich größeres.
- Dauerlicht oder Blitz?
- Dauerlicht, meist LED, zeigt sofort, wie das Licht wirkt, und ist für Einsteiger einfacher. Blitze sind heller und frieren jede Bewegung ein, verlangen aber mehr Erfahrung. Achten Sie bei LEDs auf eine hohe Farbwiedergabe, angegeben als CRI- oder TLCI-Wert, damit Farben korrekt erscheinen.
- Warum ist der weiße Hintergrund grau?
- Weil die Kamera auf den hellen Hintergrund reagiert und unterbelichtet. Korrigieren Sie die Belichtung nach oben, bis der Hintergrund weiß ist, ohne dass das Produkt ausfrisst. Prüfen Sie das Ergebnis im Histogramm.
- Eignet sich ein Lichtzelt für glänzende Produkte?
- Ja, gerade dafür. Glänzende Oberflächen spiegeln ihre Umgebung. Im Lichtzelt ist diese Umgebung gleichmäßig hell, sodass weiche Reflexe statt harter Spiegelungen entstehen. Schwarze Pappstreifen an der Innenseite setzen gezielt dunkle Konturen.
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