Einstellungen zum Ausprobieren
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Kopfporträt bei weichem Licht
- Blende
- f/2.8 bis f/4
- Zeit
- 1/500 s
- ISO
- 100 bis 800
- Brennweite
- 85 bis 135 mm
Fokus auf das vordere Auge. Kurze Zeit fängt Kopfbewegungen ab.
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Ganzes Pferd auf der Koppel
- Blende
- f/4 bis f/5.6
- Zeit
- 1/800 s
- ISO
- 100 bis 800
- Brennweite
- 70 bis 200 mm
Aus etwas Entfernung mit langer Brennweite, damit die Proportionen stimmen.
Ausgangswerte für den ersten Versuch, keine festen Regeln. Licht, Motiv und Kamera entscheiden, das Histogramm zeigt, ob es passt.
Inhalt dieser Seite
Pferde sind große, ausdrucksstarke Tiere, und trotzdem wirken viele Fotos von ihnen flach. Die Ohren hängen, der Kopf ist verzerrt, der Hintergrund zeigt einen Zaun und eine Schubkarre. Mit ein paar Grundregeln aus der Pferdefotografie entstehen daraus Porträts, die Charakter zeigen. Das Wichtigste vorweg: Ein entspanntes Pferd und ein sicheres Umfeld sind wichtiger als jede Technik.
Die Brennweite: Abstand schafft Proportion
Pferdeköpfe sind lang. Wer mit einem Weitwinkel nah herangeht, bekommt eine riesige Nase und kleine Ohren. Mittlere Telebrennweiten ab etwa 85 mm Kleinbild zeigen den Kopf in natürlichen Proportionen und halten gleichzeitig einen sicheren Abstand. Eine 50-mm-Festbrennweite an einer APS-C-Kamera ist ein günstiger Einstieg, da sie dort wie etwa 75 bis 80 mm wirkt. Für ganze Pferde auf der Koppel ist ein Telezoom praktisch.
Die Perspektive
Fotografieren Sie nicht von oben herab. Ideal ist eine Kamerahöhe etwa auf Brust- oder Schulterhöhe des Pferdes. Für Kopfporträts darf es auch Augenhöhe sein. Von schräg vorne, im leichten Dreiviertelprofil, wirkt der Kopf plastischer als exakt von der Seite oder frontal. Bei Ganzkörperbildern sollten alle vier Beine sichtbar sein und das Pferd gerade stehen, wenn es um die Präsentation geht.
Ohren und Ausdruck
Gespitzte Ohren sind das Markenzeichen eines guten Pferdefotos. Sie zeigen Aufmerksamkeit und machen den Ausdruck lebendig. Dafür brauchen Sie eine zweite Person, die hinter Ihnen kurz für Interesse sorgt: ein Rascheln, ein Futtereimer, ein Pfiff. Lösen Sie genau in diesem Moment aus. Übertreiben Sie es nicht, sonst wird das Pferd unruhig oder stumpft ab.
Die Augen sollten wach und offen sein. Fokussieren Sie immer auf das vordere Auge. Moderne Kameras mit Tieraugenerkennung helfen dabei erheblich.
Licht
Weiches Licht am Morgen und Abend ist ideal. Es lässt das Fell glänzen und vermeidet harte Schatten. Gegenlicht kann wunderschön sein, wenn es die Mähne und den Fellrand zum Leuchten bringt. Achten Sie dann darauf, dass das Gesicht nicht zu dunkel wird. An grauen Tagen ist das Licht weich und gleichmäßig, die Farben sind aber weniger warm.
Mittagslicht ist schwierig. Wenn es nicht anders geht, suchen Sie Schatten unter Bäumen oder fotografieren Sie im Stall-Eingang, wo weiches Licht von außen auf den Kopf fällt.
Hintergrund und Umgebung
Ein unruhiger Hintergrund zerstört das schönste Porträt. Zäune, Anhänger, Heunetze und Gebäude ziehen den Blick ab. Positionieren Sie sich so, dass hinter dem Pferd eine ruhige Fläche liegt: eine Hecke, eine Wiese, ein Waldrand. Mit offener Blende und Abstand zum Hintergrund verschwimmt dieser zu einer weichen Fläche.
Vorher lohnt sich etwas Pflege: Putzen, Mähne ordnen, Halfter oder Trense sauber. Viele Besitzer wünschen sich Bilder ohne Halfter, das ist aber nur auf einer sicheren, eingezäunten Fläche sinnvoll.
Bewegung
Für Bilder in Bewegung, etwa beim Freilaufen auf der Koppel, brauchen Sie kurze Verschlusszeiten um 1/1000 s und den kontinuierlichen Autofokus mit Serienbild. Wie das bei Turnieren funktioniert, beschreibt der Beitrag Reitturnier fotografieren. Die Grundlagen zu Bewegung und Mitziehen stehen im Beitrag zu den Sportfotografie-Einstellungen.
Sicherheit am Pferd
Pferde sind Fluchttiere. Ein ungewohntes Geräusch, ein Regenschirm oder ein klickendes Objektiv kann sie erschrecken.
- Bewegen Sie sich ruhig und sprechen Sie das Pferd an, bevor Sie sich nähern.
- Stehen Sie nie direkt hinter einem Pferd.
- Lassen Sie das Pferd von einer vertrauten Person führen.
- Halten Sie Kameragurte und Taschen so, dass nichts flattert.
- Füttern Sie nur nach Absprache mit dem Besitzer.
Ein entspanntes Pferd ist die beste Voraussetzung für ein gutes Bild. Planen Sie lieber Pausen ein, als ein Shooting zu erzwingen.
Checkliste
Vor dem Shooting auf dem Hof
Fragen und Antworten
- Welches Objektiv ist für Pferdeporträts am besten?
- Mittlere Telebrennweiten zwischen etwa 85 und 200 mm Kleinbild. Sie halten Abstand zum Tier, zeigen den Kopf in natürlichen Proportionen und trennen das Pferd durch geringe Schärfentiefe vom Hintergrund. Weitwinkel aus der Nähe lassen die Nase übergroß wirken.
- Wie bekomme ich das Pferd dazu, die Ohren zu spitzen?
- Mit einer zweiten Person, die hinter Ihnen oder neben Ihnen kurz Aufmerksamkeit erzeugt, etwa mit einer raschelnden Tüte, einem Futtereimer oder einem Geräusch. Setzen Sie solche Reize sparsam ein, sonst gewöhnt sich das Pferd daran oder wird unruhig.
- Welche Tageszeit ist ideal?
- Die Stunden nach Sonnenaufgang und vor Sonnenuntergang. Das Licht ist weich und warm, die Schatten sind lang und das Fell glänzt. Mittagslicht erzeugt harte Schatten unter Mähne und Augen. Auch ein heller, bewölkter Tag ist gut geeignet.
- Darf ich fremde Pferde auf der Koppel fotografieren?
- Fragen Sie den Besitzer oder Stallbetreiber, bevor Sie Koppeln betreten oder Tiere ansprechen. Fremde Pferde können unberechenbar reagieren, und Füttern ist ohne Erlaubnis tabu. Für die Veröffentlichung von Bildern, auf denen Personen erkennbar sind, gelten zusätzlich deren Persönlichkeitsrechte.