Einstellungen zum Ausprobieren
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Milchstraße mit Landschaft, Vollformat
- Blende
- f/1.8 bis f/2.8
- Zeit
- 10 bis 20 s
- ISO
- 1600 bis 6400
- Brennweite
- 14 bis 24 mm
Ausgangswert. Maximale Zeit nach 500er- oder NPF-Regel prüfen, RAW, Weißabgleich um 3800 bis 4200 K.
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Milchstraße, APS-C mit Kit-Objektiv
- Blende
- f/3.5 (offen)
- Zeit
- 10 bis 15 s
- ISO
- 3200 bis 6400
- Brennweite
- 10 bis 18 mm
Höheres Rauschen, mehrere Aufnahmen mitteln hilft.
Ausgangswerte für den ersten Versuch, keine festen Regeln. Licht, Motiv und Kamera entscheiden, das Histogramm zeigt, ob es passt.
Inhalt dieser Seite
Ein Bild der Milchstraße über einer dunklen Landschaft ist für viele der Grund, mit der Astrofotografie anzufangen. Die gute Nachricht: Dafür braucht es keine Sternwarte. Eine Kamera mit manuellem Modus, ein Stativ und ein lichtstarkes Weitwinkel reichen. Entscheidend sind Planung, der richtige Ort und einige Einstellungen, die man einmal verstanden haben muss.
Wann die Milchstraße zu sehen ist
Die Milchstraße ist das ganze Jahr über am Himmel, aber ihr helles Zentrum im Sternbild Schütze steht von Mitteleuropa aus gesehen tief im Süden. Es ist ungefähr von Frühjahr bis Frühherbst sichtbar:
- Frühjahr: Das Zentrum geht erst in der zweiten Nachthälfte auf.
- Sommer: Es ist nach Einbruch der Dunkelheit sichtbar, aber die Nächte sind kurz. Rund um die Sommersonnenwende wird es in weiten Teilen Deutschlands nicht vollständig dunkel.
- Spätsommer und Frühherbst: Das Zentrum steht am Abend im Südwesten und geht dann unter.
Im Winter ist der lichtschwächere Teil der Milchstraße zu sehen, etwa im Bereich von Orion und Fuhrmann. Auch er ist fotogen, aber weniger strukturreich.
Mond und Wetter planen
Der Mond ist der wichtigste Faktor nach dem Wetter. Ein heller Mond überstrahlt die Milchstraße. Planen Sie Ihre Nacht für die Tage um Neumond oder für Stunden, in denen der Mond unter dem Horizont steht. Beim Wetter zählen nicht nur Wolken, sondern auch Durchsicht und Feuchtigkeit. Dunst und hohe Schleierwolken nehmen viel Kontrast.
Den richtigen Ort finden
Lichtverschmutzung ist der größte Gegner. Schon eine Kleinstadt hellt den Horizont sichtbar auf. Karten zur Lichtverschmutzung helfen, dunkle Gegenden zu finden. Da das Zentrum im Süden steht, sollte vor allem der Südhorizont frei und dunkel sein. Tipps zur Suche stehen im Beitrag Dunkle Orte in Deutschland finden.
Erkunden Sie den Standort bei Tageslicht. Im Dunkeln sehen Sie weder Zäune noch Gräben, und ein interessanter Vordergrund lässt sich nachts schwer finden.
Die Kameraeinstellungen
- Modus: manuell, Dateiformat RAW.
- Blende: offen oder fast offen, ideal f/2.8 oder lichtstärker.
- ISO: je nach Kamera 1600 bis 6400.
- Belichtungszeit: so lang, dass die Sterne noch punktförmig bleiben. Der Richtwert ergibt sich aus der 500er-Regel oder der NPF-Regel. Bei 14 bis 20 mm an Vollformat liegt sie meist zwischen 10 und 25 Sekunden.
- Weißabgleich: fest einstellen, etwa 3800 bis 4200 Kelvin, und später in der RAW-Entwicklung anpassen.
- Bildstabilisator und Autofokus: aus.
- Auslösen: Fernauslöser oder Selbstauslöser mit zwei bis zehn Sekunden Vorlauf.
Scharfstellen bei Nacht
Der Autofokus findet im Dunkeln keinen Halt. Schalten Sie die Live-Ansicht ein, richten Sie die Kamera auf einen hellen Stern oder Planeten, vergrößern Sie maximal und drehen Sie den Fokusring, bis der Stern so klein wie möglich ist. Die Unendlich-Markierung ist dafür zu ungenau. Machen Sie ein Testbild und kontrollieren Sie die Schärfe in der Vergrößerung. Ein Streifen Klebeband auf dem Fokusring verhindert, dass er sich später verstellt.
Vordergrund und Bildaufbau
Eine Milchstraße allein wirkt schnell austauschbar. Ein Baum, ein Felsen, eine Kapelle oder ein See als Vordergrund geben dem Bild Tiefe. Weil der Vordergrund bei Nacht kaum Licht bekommt, nehmen viele ihn getrennt auf: kurz nach Sonnenuntergang in der blauen Stunde oder mit längerer Belichtung und niedrigerer ISO. Später wird beides kombiniert.
Bearbeitung
Direkt aus der Kamera wirken Milchstraßenbilder oft flau. In der RAW-Entwicklung passen Sie Weißabgleich, Kontrast und Klarheit an, reduzieren das Rauschen und dunkeln den Himmel am Rand etwas ab. Mehrere identische Aufnahmen hintereinander lassen sich per Software mitteln, was das Rauschen deutlich senkt. Wer noch längere Belichtungen möchte, nutzt einen Star Tracker, der die Kamera mit der Erddrehung mitführt.
Sicherheit und Rücksicht
Sagen Sie jemandem, wohin Sie fahren, und nehmen Sie ein geladenes Telefon mit. Rotlicht an der Stirnlampe schützt Ihre Dunkeladaption und stört andere Beobachter weniger. Respektieren Sie Privatgrund, Naturschutzregeln und Wildtiere und nehmen Sie alles wieder mit, was Sie mitgebracht haben.
Checkliste
Packliste für die Milchstraßennacht
Fragen und Antworten
- Wann ist die beste Zeit für Milchstraßenfotos in Deutschland?
- Das helle Zentrum der Milchstraße steht in Mitteleuropa tief im Süden. Im Frühjahr geht es erst in der zweiten Nachthälfte auf, im Hochsommer ist es nach Einbruch der Dunkelheit sichtbar, im Frühherbst nur noch am frühen Abend. Rund um die Sommersonnenwende wird es in weiten Teilen Deutschlands nachts kaum richtig dunkel, deshalb sind Mai und August oft angenehmer als der Juni.
- Welche Rolle spielt der Mond?
- Eine große. Schon ein halber Mond hellt den Himmel so stark auf, dass die schwache Milchstraße verblasst. Ideal sind die Tage um Neumond oder Nächte, in denen der Mond unter dem Horizont steht. Apps für Astrofotografen zeigen Mondauf- und Monduntergang.
- Warum ist mein Bild grün oder orange?
- Grünliche Töne kommen oft vom natürlichen Airglow der Atmosphäre, orange Töne von Lichtverschmutzung am Horizont. Beides lässt sich in der RAW-Entwicklung über den Weißabgleich und lokale Anpassungen deutlich reduzieren.
- Brauche ich eine teure Kamera?
- Nein. Jede Kamera mit manuellem Modus und RAW funktioniert. Vollformat und lichtstarke Objektive bringen weniger Rauschen, aber auch mit APS-C und Kit-Objektiv sind schöne Bilder möglich, vor allem wenn Sie mehrere Aufnahmen mitteln.