Einstellungen zum Ausprobieren
-
Milchstraße nachgeführt
- Blende
- f/2.8 bis f/4
- Zeit
- 1 bis 3 min
- ISO
- 400 bis 1600
- Brennweite
- 14 bis 50 mm
Ausgangswert. Genauigkeit des Einnordens begrenzt die Zeit, Testbild in der Vergrößerung prüfen.
-
Sternbild oder Nebelregion
- Blende
- f/2.8 bis f/5.6
- Zeit
- 30 s bis 2 min
- ISO
- 400 bis 1600
- Brennweite
- 85 bis 200 mm
Längere Brennweiten verlangen genaueres Einnorden und eine gute Ausbalancierung.
Ausgangswerte für den ersten Versuch, keine festen Regeln. Licht, Motiv und Kamera entscheiden, das Histogramm zeigt, ob es passt.
Inhalt dieser Seite
Wer eine Weile Astrofotografie betreibt, stößt an dieselbe Grenze: Die Belichtungszeit ist durch die Erddrehung begrenzt. Längere Zeiten erzeugen Sternspuren, kürzere Zeiten verlangen hohe ISO-Werte und bringen Rauschen. Eine kleine Reisemontierung, der Star Tracker, löst dieses Problem. Ob sich die Anschaffung lohnt, hängt davon ab, wie Sie fotografieren.
Was ein Star Tracker macht
Ein Star Tracker ist ein kompaktes Gerät zwischen Stativ und Kamera. Seine Drehachse wird parallel zur Erdachse ausgerichtet, also auf den Himmelspol. Dann dreht ein Motor die Kamera mit der Geschwindigkeit der Erdrotation, nur in die Gegenrichtung. Aus Sicht der Kamera stehen die Sterne still.
Die Folge: Statt 15 oder 20 Sekunden können Sie mehrere Minuten belichten. Wie die Grenzen ohne Nachführung zustande kommen, erklärt der Beitrag zur 500er- und NPF-Regel.
Was Sie davon haben
- Weniger Rauschen: Mit längerer Belichtung können Sie die ISO deutlich senken.
- Mehr Details: Schwache Nebel, Staubstrukturen und Farben der Milchstraße werden sichtbar.
- Längere Brennweiten: Ausschnitte von Sternbildern oder Nebelregionen werden möglich, die ohne Nachführung sofort verwischen würden.
- Abblenden: Sie können ein lichtstarkes Objektiv etwas abblenden, was die Sterne am Rand oft schöner macht.
Was er nicht kann
- Der Vordergrund verwischt. Da sich die Kamera mit dem Himmel dreht, bewegt sich die Landschaft. Für Bilder mit Vordergrund nehmen Sie diesen separat ohne Nachführung auf.
- Kein Ersatz für ein Teleskop. Planeten und kleine Galaxien brauchen mehr Brennweite und eine stärkere Montierung.
- Keine Wunder bei schlechtem Himmel. Lichtverschmutzung wird bei langer Belichtung genauso mitbelichtet. Ein dunkler Standort bleibt wichtig, Hinweise dazu stehen im Beitrag Dunkle Orte in Deutschland.
Einnorden: der entscheidende Schritt
Die Genauigkeit eines Star Trackers steht und fällt mit dem Einnorden. Das Gerät muss möglichst genau auf den Himmelsnordpol zeigen, der in unseren Breiten nahe beim Polarstern liegt.
- Stativ stabil und waagerecht aufstellen.
- Den Tracker grob nach Norden ausrichten.
- Die Polhöhe auf den eigenen Breitengrad einstellen. In Deutschland liegt er etwa zwischen 47 und 55 Grad.
- Durch den Polsucher den Polarstern an die richtige Position auf der Skala bringen. Wo genau, zeigt eine App für die aktuelle Uhrzeit.
- Kamera aufsetzen, ausbalancieren und ein Testbild machen.
Mit Weitwinkel verzeiht der Tracker kleine Fehler. Mit Telebrennweite wird jede Ungenauigkeit sichtbar.
Worauf Sie achten sollten
Statt einer Kaufempfehlung einige Kriterien:
- Tragfähigkeit: Kamera und Objektiv sollten deutlich unter der angegebenen Grenze bleiben, sonst leidet die Genauigkeit.
- Polsucher: beleuchtet und gut ablesbar, idealerweise mit Skala für Polaris.
- Stromversorgung: Akku oder USB-Versorgung, Laufzeit in kalten Nächten.
- Zubehör: Polhöhenwiege und Deklinationsschlitten erleichtern die Ausrichtung auf beliebige Himmelsregionen.
- Gewicht und Packmaß: Wer viel wandert, schätzt ein kompaktes Gerät.
Ein solides Stativ ist mindestens ebenso wichtig wie der Tracker selbst. Mehr dazu im Beitrag Stativ kaufen.
Für wen lohnt sich ein Star Tracker?
Lohnt sich, wenn Sie regelmäßig unter dunklem Himmel fotografieren, die Milchstraße oder Sternbilder mit mehr Details zeigen möchten und bereit sind, sich in das Einnorden einzuarbeiten.
Lohnt sich eher nicht, wenn Sie nur gelegentlich Sternenhimmel über Landschaften fotografieren, vor allem in aufgehellten Gegenden. Dann bringen ein lichtstarkes Objektiv und das Mitteln mehrerer Aufnahmen oft schon viel.
Für den Einstieg in die Milchstraßenfotografie brauchen Sie keinen Tracker. Er ist der logische zweite Schritt, wenn die ersten Bilder sitzen und Sie mehr aus dem Himmel herausholen wollen.
Checkliste
Tracker in der Nacht aufbauen
Fragen und Antworten
- Wie lange kann ich mit einem Star Tracker belichten?
- Das hängt von Brennweite, Genauigkeit des Einnordens, Tragfähigkeit und Wind ab. Mit Weitwinkel sind mehrere Minuten oft problemlos möglich. Mit Telebrennweiten werden kleine Fehler schnell sichtbar, dann sind kürzere Einzelbilder, die später gestapelt werden, die bessere Wahl.
- Funktioniert ein Star Tracker auch ohne Sicht auf den Polarstern?
- Auf der Nordhalbkugel ist der Polarstern der einfachste Bezugspunkt. Ist er verdeckt, gibt es andere Verfahren, etwa mit Apps, die die Position über den Kompass und Neigungssensoren abschätzen, oder mit Einnorden über andere Sterne. Sie sind meist ungenauer oder aufwendiger.
- Wie entsteht ein scharfer Vordergrund?
- Für den Himmel läuft der Tracker, für den Vordergrund wird er abgeschaltet und ein separates Bild ohne Nachführung aufgenommen, oft mit längerer Belichtung oder in der Dämmerung. Beide Bilder werden später kombiniert.
- Ist ein Star Tracker für Planeten geeignet?
- Kaum. Planeten sind sehr klein und verlangen lange Brennweiten, wie sie ein Teleskop bietet. Dafür sind größere Montierungen mit Motorsteuerung besser geeignet. Ein Star Tracker ist für Weitwinkel, Normal und moderate Telebrennweiten gedacht.
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