Einstellungen zum Ausprobieren
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Splash im Glas, zwei Blitze
- Blende
- f/8 bis f/11
- Zeit
- 1/200 s
- ISO
- 100 bis 200
- Brennweite
- 60 bis 105 mm
Blitze auf 1/32 bis 1/128, nah am Motiv. Raum so dunkel, dass ein Bild ohne Blitz schwarz bleibt.
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Spritzer mit Dauerlicht (Einstieg)
- Blende
- f/4 bis f/5.6
- Zeit
- 1/2000 s oder kürzer
- ISO
- 800 bis 3200
- Brennweite
- 50 bis 100 mm
Nur mit sehr hellem Dauerlicht. Für Tropfenkollisionen meist nicht kurz genug.
Ausgangswerte für den ersten Versuch, keine festen Regeln. Licht, Motiv und Kamera entscheiden, das Histogramm zeigt, ob es passt.
Inhalt dieser Seite
Die meisten Fehler in der Highspeed-Fotografie haben mit Licht zu tun, nicht mit der Kamera. Wer einen platzenden Ballon oder einen Milchspritzer gestochen scharf zeigen will, muss verstehen, wie lange das Licht eigentlich leuchtet. Genau hier liegt der große Vorteil des Blitzes gegenüber Dauerlicht.
Die effektive Belichtungszeit
Bei Tageslicht oder Dauerlicht bestimmt der Verschluss, wie lange Licht auf den Sensor fällt. Bei 1/4000 s bewegt sich ein schneller Spritzer aber immer noch ein Stück. Ein Blitz dagegen gibt sein Licht in einem sehr kurzen Impuls ab. Ist der Raum dunkel, entsteht das Bild nur in diesem Impuls. Die Leuchtdauer des Blitzes ist dann die eigentliche Belichtungszeit.
Moderne Aufsteckblitze regeln ihre Leistung, indem sie den Lichtimpuls früher abbrechen. Volle Leistung bedeutet also einen langen Impuls, kleine Leistungsstufen einen kurzen. Deshalb arbeiten Highspeed-Fotografen fast immer mit niedrigen Stufen wie 1/32, 1/64 oder 1/128.
Warum Dauerlicht meist nicht reicht
LED-Leuchten haben den Charme, dass Sie das Licht sehen, während Sie es einrichten. Für die Belichtung müssen Sie aber sehr kurze Verschlusszeiten wählen, und dann wird es schnell dunkel. Selbst helle Leuchten verlangen bei 1/4000 s hohe ISO-Werte und offene Blenden. Das kostet Bildqualität und Schärfentiefe.
Dazu kommt bei manchen Kameras der Rolling-Shutter-Effekt des elektronischen Verschlusses, der schnelle Bewegungen verzerren kann. Für langsame Splashs in einem Glas ist Dauerlicht ein guter Einstieg. Für Tropfenkollisionen, platzende Ballons oder Geschosse kommt man um Blitze nicht herum.
Die Synchronzeit
Die Kamera muss so eingestellt sein, dass der Verschluss beim Zünden des Blitzes vollständig offen ist. Das gelingt bis zur Blitzsynchronzeit, je nach Modell meist zwischen 1/160 s und 1/250 s. Wählen Sie diese Zeit oder eine etwas längere. Im abgedunkelten Raum bleibt das Bild ohne Blitz trotzdem schwarz.
Eine Alternative ist der offene Verschluss im völlig dunklen Raum, die Bulb-Technik. Die Kamera bleibt einige Sekunden offen, ein Sensor löst den Blitz im richtigen Moment aus. So umgehen Sie die Auslöseverzögerung der Kamera. Mehr dazu im Beitrag Wasserballons fotografieren.
Bewährte Licht-Setups
Hintergrundlicht: Ein Blitz zielt auf einen farbigen Karton oder eine weiße Fläche hinter dem Motiv. Klare Flüssigkeiten spiegeln diesen Hintergrund. Das ist das Standard-Setup der Tropfenfotografie.
Gegenlicht durch Diffusor: Ein Blitz steht hinter einer Milchglasscheibe oder einer Diffusorfolie. Splashs in Gläsern bekommen dadurch leuchtende Kanten und wirken fast durchsichtig.
Seitenlicht: Ein oder zwei Blitze von der Seite modellieren Formen. Gut für Rauch, Pulver und farbige Flüssigkeiten. Mit einem Snoot oder Wabengitter bleibt das Licht schmal und der Hintergrund dunkel.
Kombination: Hintergrund plus Seitenlicht ist für viele Motive der beste Kompromiss. Achten Sie darauf, dass kein Blitz direkt ins Objektiv strahlt.
Leistung, Abstand und Belichtung ausgleichen
Wenn die Blitze auf kleiner Leistung arbeiten, wird das Bild schnell zu dunkel. Statt die Leistung zu erhöhen, gibt es bessere Stellschrauben:
- Blitze näher an Motiv oder Hintergrund rücken. Licht nimmt mit dem Quadrat der Entfernung ab, halber Abstand bringt also deutlich mehr Helligkeit.
- Weitere Blitze hinzunehmen, die sich die Arbeit teilen.
- ISO leicht erhöhen. Moderne Sensoren vertragen ISO 400 oder 800 meist problemlos.
- Blende etwas öffnen, wenn die Schärfentiefe reicht.
Blitze auslösen
Für entfesselte Blitze gibt es mehrere Wege: Kabel, optische Auslösung oder Funk. Bei Highspeed-Aufbauten lösen oft Steuerungen, Lichtschranken oder Schallsensoren die Blitze direkt aus. Die Grundlagen zum entfesselten Blitzen erklärt der Beitrag Aufsteckblitz entfesselt nutzen.
Schutz der Technik
Blitze stehen bei Highspeed-Aufbauten oft nah an Wasser, Milch oder Farbe. Gefrierbeutel oder durchsichtige Folie über dem Blitzkopf schützen, ohne viel Licht zu kosten. Netzteile und Akkus gehören außer Reichweite der Spritzer. So bleibt aus dem kreativen Abend kein teurer Abend.
Checkliste
Licht-Setup prüfen
Fragen und Antworten
- Warum ist mein Bild trotz 1/200 s unscharf?
- Weil bei Blitzlicht die Abbrenndauer die effektive Belichtungszeit ist. Läuft der Blitz auf hoher Leistung, brennt er vergleichsweise lange, und schnelle Bewegungen verwischen. Reduzieren Sie die Leistung und rücken Sie den Blitz näher heran. Zusätzlich darf kein nennenswertes Umgebungslicht ins Bild fallen.
- Kann ich High-Speed-Sync für Highspeed-Fotografie nutzen?
- Nein, das ist ein häufiges Missverständnis. Beim High-Speed-Sync pulsiert der Blitz über die gesamte Verschlusszeit, damit sehr kurze Verschlusszeiten möglich werden. Das kostet viel Leistung, und die Bewegung wird nicht schärfer eingefroren als durch den Verschluss selbst. Für Tropfen und Splashs arbeiten Sie im normalen Blitzbetrieb auf kleiner Leistung.
- Wie viele Blitze brauche ich?
- Einer genügt für erste Versuche. Zwei Blitze sind ein guter Standard: einer für den Hintergrund, einer für das Motiv. Mit drei Blitzen lassen sich zusätzlich Kanten betonen. Wichtiger als die Anzahl ist, dass alle auf kleiner Leistung arbeiten.
- Sind Studioblitze besser?
- Nicht automatisch. Viele Studioblitze leuchten länger als Aufsteckblitze auf kleiner Leistung. Es gibt Modelle mit sehr kurzer Abbrenndauer, die für Highspeed geeignet sind. Achten Sie auf die vom Hersteller angegebene Leuchtdauer, idealerweise als t.1-Wert.