Einstellungen zum Ausprobieren
-
Rauchfahne mit Seitenlicht
- Blende
- f/8 bis f/11
- Zeit
- 1/200 s
- ISO
- 100 bis 200
- Brennweite
- 50 bis 100 mm
Blitz seitlich oder leicht von hinten, mit Snoot oder Pappe abgeschirmt, damit kein Licht auf Hintergrund und Objektiv fällt.
Ausgangswerte für den ersten Versuch, keine festen Regeln. Licht, Motiv und Kamera entscheiden, das Histogramm zeigt, ob es passt.
Inhalt dieser Seite
Rauch ist ein dankbares Motiv: Er kostet fast nichts, bewegt sich so langsam, dass Sie ihn beobachten können, und jedes Bild ist ein Unikat. Trotzdem gehört er in den Bereich der Highspeed-Fotografie, denn auch hier friert ein kurzer Blitz eine Form ein, die einen Augenblick später schon ganz anders aussieht.
Was Sie brauchen
- Kamera und Objektiv: Ein Normal- oder leichtes Teleobjektiv um 50 bis 100 mm, gern ein Makro.
- Stativ: Hilft, den Bildausschnitt konstant zu halten.
- Ein Blitz: Entfesselt, seitlich. Ein zweiter ist nicht nötig.
- Snoot oder Pappe: Damit das Licht nur den Rauch trifft.
- Schwarzer Hintergrund: Stoff oder Karton, mindestens einen Meter hinter dem Rauch.
- Rauchquelle: Räucherstäbchen in einer feuerfesten Halterung.
Der Aufbau
Stellen Sie das Räucherstäbchen auf einen Tisch, den Hintergrund mit Abstand dahinter. Die Kamera schaut frontal auf die Rauchfahne. Der Blitz steht seitlich, etwa auf Höhe des Rauchs, und zeigt leicht nach vorne. Schirmen Sie ihn so ab, dass er weder den Hintergrund noch die Frontlinse trifft. Genau hier entscheidet sich, ob der Rauch leuchtend vor tiefem Schwarz steht oder grau vor grauem Grund.
Fokussieren Sie manuell. Halten Sie dafür einen Stift in die Rauchfahne, stellen Sie scharf und nehmen Sie ihn wieder weg. Blende f/8 bis f/11 sorgt für genug Schärfentiefe, falls der Rauch etwas vor oder zurück wandert.
Die Belichtung
Kamera auf manuell, Verschlusszeit um 1/200 s, ISO 100 bis 200. Der Raum sollte gedämpft sein, aber nicht völlig dunkel, damit Sie den Rauch noch sehen. Ein Testbild ohne Blitz muss nahezu schwarz sein. Den Blitz stellen Sie manuell ein und tasten sich an die richtige Leistung heran. Weil Rauch langsam ist, müssen Sie hier nicht mit der kleinsten Leistungsstufe arbeiten. Die Grundlagen zu Leuchtdauer und Synchronzeit stehen im Beitrag Blitz statt Dauerlicht.
Den Rauch formen
Ganz ruhige Luft ergibt eine gerade, langweilige Säule. Interessant wird es mit leichten Störungen:
- Mit der Hand oder einem Stück Karton sanft fächeln.
- Kurz neben dem Rauch pusten.
- Ein Lineal durch die Rauchfahne ziehen.
- Eine Tür in einiger Entfernung bewegen.
Lösen Sie in Serie aus, sobald sich die Fahne zu kräuseln beginnt. Von zwanzig Bildern sind meist zwei oder drei richtig schön.
Bearbeitung: vom grauen Rauch zum Farbbild
Rauchbilder entstehen zu einem großen Teil am Rechner. Ein bewährter Ablauf:
- Schwarzpunkt setzen, damit der Hintergrund sauber schwarz wird.
- Kontrast anheben und Lichter etwas zurücknehmen, damit die Struktur erhalten bleibt.
- Färben: über Farbton, Verlaufsumsetzung oder Teiltonung. Mehrere Farbverläufe in einem Bild wirken besonders gut.
- Optional invertieren: Dann steht dunkler Rauch auf weißem Grund, was eine ganz andere Wirkung hat.
- Spiegeln oder kombinieren: Zwei gespiegelte Rauchbilder ergeben symmetrische Formen, die an Tiere oder Gesichter erinnern.
Wie Sie dabei scharf bleiben, ohne Rauschen zu verstärken, erklärt der Bereich Bildbearbeitung mit dem Beitrag zum Schärfen ohne Artefakte.
Sicherheit und Raumluft
Eine Glut in Wohnräumen verdient Respekt. Arbeiten Sie nur auf nicht brennbaren Unterlagen, halten Sie Vorhänge und Papier fern und lassen Sie die Rauchquelle nie unbeaufsichtigt. Rauch aus Räucherwerk belastet die Raumluft, lüften Sie deshalb zwischen den Serien gründlich. Rauchmelder bleiben aktiv. Wenn er auslöst, war es zu viel Rauch im Raum.
Typische Fehler
- Hintergrund grau: Licht fällt darauf. Blitz abschirmen, Abstand erhöhen.
- Rauch unscharf: Fokus neu setzen, weiter abblenden.
- Lichtschleier im Bild: Blitz strahlt in die Frontlinse. Gegenlichtblende nutzen, Blitz weiter nach hinten drehen.
- Zu wenig Struktur: Weniger Rauch, mehr seitliches Licht und etwas Luftbewegung.
Rauchfotografie ist ein idealer Einstieg ins Blitzen. Wer danach schnellere Motive sucht, findet beim platzenden Wasserballon die nächste Herausforderung.
Checkliste
Sicher aufbauen
Fragen und Antworten
- Welche Rauchquelle eignet sich am besten?
- Räucherstäbchen sind die einfachste Lösung, weil sie einen dünnen, gleichmäßigen Rauchfaden erzeugen. Räucherkegel liefern mehr Rauch, aber weniger feine Strukturen. Wählen Sie möglichst geruchsarme Varianten und lüften Sie regelmäßig.
- Warum wirkt mein Rauch grau und flau?
- Meist fällt Licht auf den Hintergrund oder direkt ins Objektiv. Schirmen Sie den Blitz mit einem Snoot oder einem Stück Pappe ab und vergrößern Sie den Abstand zum Hintergrund. Kontrast und Schwarzpunkt korrigieren Sie zusätzlich in der Bearbeitung.
- Brauche ich Highspeed-Technik für Rauch?
- Nein. Rauch bewegt sich langsam, ein normaler Blitz auf mittlerer bis kleiner Leistung friert ihn mühelos ein. Rauchfotografie ist deshalb ein guter Einstieg in die Arbeit mit Blitz, bevor Sie sich an Tropfen oder Ballons wagen.
Weiterlesen
-
Blitz statt Dauerlicht
Abbrenndauer statt Verschlusszeit: wie Aufsteckblitze schnelle Bewegungen einfrieren und welche Licht-Setups sich für Tropfen, Splashs und Ballons bewährt haben.
-
Bilder schärfen
Stärke, Radius, Schwellenwert und Maske: wie Sie Bilder knackig schärfen, ohne Halos, Rauschen und künstlichen Look zu erzeugen.