Einstellungen zum Ausprobieren
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Kollision zweier Tropfen
- Blende
- f/8 bis f/11
- Zeit
- 1/200 s
- ISO
- 100 bis 200
- Brennweite
- 60 bis 105 mm Makro
Raum abgedunkelt, Blitze auf kleiner Leistung. Die Verschlusszeit spielt kaum eine Rolle, solange die Kamera mit dem Blitz synchronisiert.
Ausgangswerte für den ersten Versuch, keine festen Regeln. Licht, Motiv und Kamera entscheiden, das Histogramm zeigt, ob es passt.
Inhalt dieser Seite
Bei der Tropfenfotografie entscheidet nicht die Kamera über das Ergebnis, sondern die Uhr. Zwischen dem Moment, in dem die Rückstoßsäule ihren höchsten Punkt erreicht, und dem Moment, in dem sie wieder zusammenfällt, vergehen nur wenige Millisekunden. Genau dort soll der zweite Tropfen treffen. Mit einem festen Vorgehen wird aus dieser Präzisionsaufgabe eine Routine.
Die vier Werte einer Steuerung
Egal, ob Sie ein fertiges Gerät oder eine selbst gebaute Tropfensteuerung mit Magnetventil verwenden, fast alle arbeiten mit denselben Größen:
- Öffnungszeit Tropfen 1: Wie lange das Ventil offen ist. Sie bestimmt die Größe des ersten Tropfens.
- Pause: Die Zeit zwischen dem Schließen nach Tropfen 1 und dem Öffnen für Tropfen 2.
- Öffnungszeit Tropfen 2: Die Größe des zweiten Tropfens.
- Blitzverzögerung: Die Zeit vom Start der Sequenz bis zum Auslösen des Blitzes.
Die Kamera selbst wird meist vor dem ersten Tropfen ausgelöst und bleibt mit dem Verschluss offen oder arbeitet mit der Synchronzeit im abgedunkelten Raum. Belichtet wird nur durch den Blitz.
Physik in Kurzform
Ein Tropfen, der aus 40 Zentimetern fällt, braucht ohne Berücksichtigung des Luftwiderstands rund 0,29 Sekunden bis zur Oberfläche. Bei 60 Zentimetern sind es etwa 0,35 Sekunden. Nach dem Aufprall bildet sich ein Krater, dann wächst die Säule nach oben. Wie hoch und wie schnell, hängt von Tropfengröße, Fallhöhe und Viskosität ab. Die Rechnung liefert also nur einen Startpunkt für die Blitzverzögerung, die genauen Werte finden Sie über Testbilder.
Schritt 1: Den ersten Tropfen einstellen
Arbeiten Sie zunächst nur mit einem Tropfen. Wählen Sie eine Öffnungszeit, bei der ein einzelner, runder Tropfen entsteht und kein Nachtropfen folgt. Dann suchen Sie die Blitzverzögerung:
- Beginnen Sie mit einem Wert knapp über der berechneten Fallzeit.
- Erhöhen Sie in Schritten von einigen Millisekunden und machen Sie je Wert zwei oder drei Bilder.
- Sie sehen nacheinander den Krater, die wachsende Säule, die Säule auf dem Höhepunkt und schließlich ihren Zerfall.
Notieren Sie den Wert, bei dem die Säule am höchsten steht. Das ist Ihr Bezugspunkt.
Schritt 2: Den zweiten Tropfen dazunehmen
Jetzt aktivieren Sie den zweiten Tropfen. Er muss die Säule treffen, wenn sie oben steht. Weil er später startet, aber dieselbe Strecke fällt, entscheidet allein die Pause darüber, wann er ankommt.
- Beginnen Sie mit einer Pause im Bereich einiger Dutzend Millisekunden.
- Lassen Sie die Blitzverzögerung zunächst etwas länger als in Schritt 1, damit Sie den Zusammenstoß sehen.
- Verändern Sie die Pause in kleinen Schritten. Kommt Tropfen 2 zu früh, trifft er eine noch wachsende Säule, kommt er zu spät, ist sie schon eingefallen.
Sitzt die Kollision, verändern Sie die Blitzverzögerung in kleinen Schritten und suchen die schönste Phase: einen flachen Schirm, eine Pilzform oder eine Krone auf der Säule.
Schritt 3: Variieren, aber kontrolliert
Erst wenn die Grundkollision zuverlässig klappt, lohnt sich das Spiel mit Varianten:
- Größerer zweiter Tropfen: breitere Schirme.
- Dickere Flüssigkeit: glattere, länger stehende Formen, siehe Guarkernmehl, Milch oder Wasser.
- Dritter Tropfen: zusätzliche Etagen, aber deutlich mehr Feinarbeit.
- Zwei Ventile: Tropfen aus verschiedenen Richtungen oder in unterschiedlichen Farben.
Warum Notizen so wichtig sind
Schon wenige Millimeter mehr Fallhöhe oder ein halb leeres Vorratsgefäß verschieben die Zeiten. Was gestern perfekt war, trifft heute daneben. Führen Sie deshalb für jede Session ein kurzes Protokoll mit Fallhöhe, Mischung und allen vier Werten. Viele Steuerungen können Einstellungen speichern, ein Foto vom Display tut es aber auch.
Typische Timing-Probleme
- Formen schwanken stark von Bild zu Bild: Der Füllstand im Vorratsgefäß sinkt, der Druck ändert sich. Gefäß regelmäßig nachfüllen oder eine Mariottesche Flasche für konstanten Druck nutzen.
- Doppelte Tropfen: Die Öffnungszeit ist zu lang oder die Düse tropft nach. Öffnung verkürzen und Düse reinigen.
- Treffer seitlich versetzt: Das Ventil hängt nicht senkrecht oder pendelt. Halterung versteifen.
- Bild unscharf trotz richtigem Timing: Der Blitz brennt zu lange. Leistung reduzieren, mehr dazu im Beitrag Blitz statt Dauerlicht.
Wer diese Schritte einmal durchlaufen hat, braucht für einen neuen Aufbau meist nur noch wenige Testreihen, bis die erste Kollision wieder sitzt.
Checkliste
Timing-Protokoll für jede Session
Fragen und Antworten
- Wie lang muss das Ventil für einen Tropfen offen sein?
- Das hängt von Ventil, Düse, Füllhöhe und Flüssigkeit ab. Typisch sind Öffnungszeiten im Bereich weniger Dutzend Millisekunden. Längere Öffnung ergibt größere Tropfen. Am besten tasten Sie sich von einem kleinen Wert nach oben, bis ein einzelner, sauberer Tropfen entsteht.
- Warum passen meine Werte am nächsten Tag nicht mehr?
- Meist hat sich etwas am Aufbau verändert: die Fallhöhe, der Füllstand im Vorratsgefäß oder die Viskosität der Flüssigkeit. Schon kleine Änderungen verschieben die Zeiten. Messen Sie Fallhöhe und Füllstand bei jeder Session und notieren Sie die Mischung.
- Kann ich das Timing ausrechnen?
- Teilweise. Die Fallzeit lässt sich aus der Fallhöhe grob abschätzen, bei 40 Zentimetern sind es rund 0,29 Sekunden. Wie schnell die Rückstoßsäule wächst, hängt aber von Tropfengröße und Flüssigkeit ab. Die Rechnung liefert einen Startwert, den Feinschliff übernehmen Testbilder.
- Wie viele Tropfen kann eine Steuerung erzeugen?
- Viele Steuerungen erlauben zwei bis vier Tropfen pro Ventil, manche mehrere Ventile gleichzeitig. Für den Anfang reichen zwei Tropfen aus einem Ventil völlig. Mehr Tropfen bedeuten mehr Werte, die zueinander passen müssen.
Weiterlesen
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Anleitung
Der komplette Einstieg: Ausrüstung, Aufbau auf dem Küchentisch, Fokus, Blitz und die ersten Einzeltropfen, bevor die Steuerung ins Spiel kommt.
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Blitz statt Dauerlicht
Abbrenndauer statt Verschlusszeit: wie Aufsteckblitze schnelle Bewegungen einfrieren und welche Licht-Setups sich für Tropfen, Splashs und Ballons bewährt haben.